Laufende Promotionsprojekte

Der Einfluss von Sozialkapital auf die Drittmitteleinwerbung an Hochschulen

Andreas Friesenhahn

Im Bereich der Forschung sowie des Wissens- und Technologietransfers ist seit Längerem zu beobachten, dass die Suche nach Drittmitteln intensiviert wird. Trotz der umfänglichen Bemühungen von Hochschulen bleiben die Ergebnisse der Drittmitteleinwerbung in der Praxis oftmals hinter deren Erwartungen zurück.

 

Die Arbeit basiert auf der Arbeitshypothese, dass soziale Beziehungen eine entscheidende Rolle bei der Einwerbung von Drittmitteln spielen. Das Projekt geht daher der zentralen Frage nach, welchen Einfluss Sozialkapital auf die Drittmitteleinwerbung an Hochschulen hat. Dazu soll aufbauend auf theoretischen Überlegungen zu Sozialkapital und Drittmittelforschung sowie zum Wissens- und Technologietransfer empirisch untersucht werden, wie individuelles und kollektives soziales Kapital bei der Drittmitteleinwerbung wirken. Für Hochschulen sollen Einflussfaktoren in Bezug auf Sozialkapital erkennbar werden, die die erfolgreiche Drittmitteleinwerbung wahrscheinlicher machen.

 

Das Forschungsvorhaben versteht sich als Meta-Forschung zu Forschungskooperationen von Hochschulen und privaten Förderern. Die Ergebnisse sollen einerseits einen Beitrag zur Grundlagenforschung über Sozialkapital leisten. Sie sollen daneben auch Anregungen für die Ausgestaltung der Zusammenarbeit von Hochschulen und Drittmittelgebern als wichtige Stellschraube für die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft geben.

Attraktivität von Führungspositionen für die Generation Y im Zuge zunehmender Dynamisierung der Arbeitswelt

Christoph Geisler

Unternehmen stehen in einem zunehmenden Wettbewerb, die hochtalentierten Nachwuchs-Führungskräfte der so genannten „Generation Y“ für sich zu gewinnen und dann in einer loyalen, engagierten Arbeitsbeziehung zu halten. Die Generation Y gilt als die erste Generation, die mit digitalen Technologien wie PC und dem Internet aufgewachsen ist und ihr wird ein stark abweichendes Kommunikationsverhalten gegenüber früheren Generationen nachgesagt. Mitarbeiter der Generation Y stellen den Nachwuchs für Unternehmen dar und werden daher in einigen Jahren entscheidend für den Unternehmenserfolg sein. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass das Anwerben von Mitarbeitern in einem verschärften Umfeld mit hoher Fluktuation und Turnover Intention (d.h. der Absicht, das Unternehmen zu wechseln) stattfindet, dem War for Talent. Die Attraktivität der Führungspositionen steht hierbei als vermutlich abhängige Variable im Mittelpunkt des Problems und damit dieses Forschungsprojektes. 
Bei der Suche nach den Einflussgrößen, die in diesem War for Talent eine erhebliche Bedeutung haben können, trifft man auf zwei Variablen:

  • Die möglichen Veränderungen der klassischen Führungsaufgabe (im Sinne von Anforderungen an eine Führungskraft) im Zuge einer zunehmenden Dynamisierung von Aufgaben durch Technik und moderne Organisationsformen. 
  • Die Erwartungen von High Potentials der Generation Y an ihre berufliche Tätigkeit. 

Das Promotionsprojekt soll daher zunächst sowohl eine mögliche Veränderung der Führungsaufgaben im Zuge zunehmender Dynamisierung von Aufgabenfeldern als auch die Erwartungen von High Potentials der Generation Y an berufliche Tätigkeiten klären.  Dann geht es der Frage nach, wie sich dies auf die Attraktivität von Führungspositionen in wissensintensiven Unternehmen aus Sicht von High Potentials der Generation Y auswirkt. Es sollen abschließend Schlussfolgerungen gezogen werden, welche Maßnahmen geeignet sein können, um die wahrgenommene Attraktivität von Führungspositionen für Mitglieder der Generation Y mit hohem Führungspotenzial zu erhöhen. 

Die Wirkung der Designprinzipien nach Ostrom auf die Kooperationsintensität in Verbundnetzwerken - Eine Untersuchung am Beispiel der genossenschaftlichen Finanzgruppe Volksbanken Raiffeisenbanken

Jörg Hahne

Das Verbundnetzwerk der deutschen Genossenschaftsbanken dient mit seinen gemeinschaftlich betriebenen Verbundunternehmen der Absicherung und Stabilisierung des dezentralen Unternehmertums der teilnehmenden rund 1100 Primärbanken. Folgt man dem Gedanken, dass Kooperationen dazu beitragen, sich auf unternehmerische Kernleistungen zu fokussieren und damit die individuelle Systemeffizienz zu verbessern, müssten alle 1100 Primärbanken eine hohe Kooperationsintensität untereinander und mit den gemeinsam betriebenen Verbundunternehmen aufweisen. Dies ist jedoch nicht der Fall. Vielmehr ist zu beobachten, dass zahlreiche Aufgaben, die nicht zu den Kernleistungen dieser Primärbanken gehören (beispielsweise Aufgaben der Marktfolge), überwiegend in Eigenregie statt in Kooperation mit den eigenen Verbundunternehmen erbracht werden. Insgesamt variiert die Kooperations-intensität der 1100 Primärbanken dabei sehr stark. Die mittlere Kooperations-intensität ist in diesem Verbundnetzwerke – auch im Vergleich zu anderen Verbundnetzwerken, etwa der Rabobank-Gruppe – sehr gering ausgeprägt. 

 

Nun könnte man die geringe Kooperationsintensität innerhalb des Verbund-netzwerks der deutschen Genossenschaftsbanken damit begründen, dass Theorien zur Bewirtschaftung gemeinschaftlicher Ressourcen ohnehin zu dem Ergebnis kommen, dass Akteure oft nicht in der Lage seien, Strategien zur langfristigen und nachhaltigen Nutzung gemeinschaftlich bewirtschafteter Ressourcen zu entwickeln (die Tragik der Allmende, das Gefangenendilemma, die Logik des kollektiven Handelns). Diese Theorien lassen jedoch unbeantwortet, wie es dennoch immer wieder gelingt, erfolgreich und langfristig zu kooperieren (siehe die bereits erwähnet Rabobank-Gruppe). Um dies zu erklären, kommt womöglich dem polyzentrischen Ansatz nach Elenor Ostrom eine Schlüsselrolle zu. Ostrom hat Umstände und Faktoren untersucht, unter denen sich kooperierende Gemeinschaften entwickeln, unter denen sie langfristig existieren und deren Fehlen dazu beitragen kann, dass sie zusammenbrechen. Dabei hat sie acht so genannte Designprinzipien identifiziert, die einen großen Einfluss auf die Nachhaltigkeit von Kooperationen haben sollen.

 

Diese acht Designprinzipien von Ostrom könnten dazu beitragen, die beobach-teten, sehr unterschiedlichen Kooperationsintensitäten in Verbundnetzwerken zu verstehen und zu begründen. Dies könnte einerseits dazu führen, das Anwendungsfeld der Ostromschen Theorie auch auf Verbundnetzwerke zu übertragen und die Gültigkeit dieser Theorie auch für diese Art von Netzwerken nachzuweisen. Wenn sich erweisen sollte, dass die ostromschen Bauprinzipien eine hohe Erklärungskraft für die verschiedenen zu beobachteten Kooperationsintensitäten in Verbundnetzwerken haben, dann würden sich daraus auch Gestaltungsanregungen für Verbundnetzwerke ableiten lassen, wenn diese den Boden für ihren eigentlichen Zweck, die Kooperation, bereiten wollen. Sollte ein solcher Nachweis jedoch nicht möglich sein, so würde die generelle Gültigkeit der Ostromschen Theorie für Netzwerke und Kooperationen in Frage zu stellen sein. Auch dies wäre ein wertvoller Beitrag zur Theorieentwicklung innerhalb der Netzwerkforschung. 

 

Vor dem Hintergrund der beobachteten Phänomene und der geschilderten Theorieangebote soll mit dem vorliegenden Promotionsvorhaben folgende Forschungsfrage beantwortet werden: 

 

Welchen Einfluss haben umgesetzte Ostrom-Designprinzipien auf die Kooperationsintensität von Primärunternehmen in Verbundnetzwerken?

Sensibilisierenden Maßnahmen zur Erhöhung der IT-Sicherheit in Unternehmen

Annette Hidasi

IT Security wird in deutschen Unternehmen in Anbetracht der gegebenen Risken oft nicht hinreichend konsequent umgesetzt. Eine effektive und effiziente IT Sicherheit kann dabei nur gewährleistet werden, wenn eine integrierte und umfassende Betrachtung der technischen, organisatorischen und menschlichen Aspekte erfolgt. 

 

Diese Aussage ist zwar vordergründig allgemein anerkannt – entsprechende Handlungen bleiben bisher jedoch vielfach aus. So beschränken sich Maßnahmen der IT Sicherheit häufig auf technologische Herangehensweisen, die teilweise durch organisatorische Anteile ergänzt werden. Insbesondere die menschlichen Aspekte, die über Sensibilisierung adressierbar wären, finden wenig Beachtung. 


Im Gegenzug dazu ist eine zunehmende Professionalisierung der Angreifer auf die IT erkennbar. Die „Schwachstelle Mensch“ ist als solche erkannt und Angriffe werden gezielt über diesen Angriffsvektor gesteuert.  Der „Widerstand“ ist hier meist bedeutend geringer als bei Angriffen, die ausschließliche IT-technische Schutzmechanismen überwinden müssen.  


Diese Forschungsarbeit fokussiert daher auf den Einsatz von sensibilisierenden Maßnahmen in Unternehmen. Sie zielt darauf ab, die Zusammenhänge zwischen der Auswahl geeigneter Ansätze zur Förderung des Einsatzes von IT-Sicherheits-sensibilisierenden Interventionsinstrumenten und ihrem (daraus folgenden) tatsächlichen Einsatz explorativ zu erheben. 


Ein wesentlicher Fokus liegt auch auf der Untersuchung der Faktoren, die für die geringe ganzheitliche Förderung der IT Sicherheit verantwortlich sind. Zusätzlich wird das spezifische Risiko eruiert, welches sich durch fehlende sicherheitsbewusstseinserhöhende Maßnahmen ergibt.

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