Laufende Promotionsprojekte

Erfolgsfaktoren agiler Organisationen – unter besonderer Berücksichtigung stabilitätsfördernder Aspekte

Stephanie Wendel

In Zeiten globaler, zunehmend digitalisierter Märkte, die zu einer immer komplexeren und unsichereren Umwelt führen, ist es für Unternehmen heute unumgänglich, ihre Innovations-, zumindest jedoch ihre Anpassungsfähigkeit zu erhöhen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Seit einiger Zeit spricht man mit Blick auf diese beiden Fähigkeiten auch von der Agilität eines Unternehmens. Agilität ermöglicht Unternehmen eine hohe Innovations- und Anpassungsfähigkeit v.a. durch flexible, schnelle und kundenorientierte Gestaltung von Strukturen, Prozessen aber auch entsprechende Mind-Sets und Kulturaspekte.

 

Das Hauptinteresse dieses Forschungsvorhabens gilt vor dem Hintergrund dieser Beobachtung der Annahme, dass sich Agilität nur in einem Gleichgewicht aus Flexibilität einerseits und Stabilität andererseits entfalten kann. Unternehmen, welche bei ihren Bemühungen um mehr Agilität die dafür erforderlichen Merkmale der Stabilität nicht „von Natur aus“ mitbringen, finden in ihrer Umwelt (Literatur/Beratung) kaum fundierte Informationen, welche Faktoren unter welchen Gegebenheiten die für Agilität nötige Stabilität schaffen. Im Rahmen dieses Vorhaben soll in einem explorativen Vorgehen daher analysiert werden, welche Faktoren die notwendige Stabilität in Organisationen schaffen, um interne Agilität zu ermöglichen. Bei der Suche nach diesen Faktoren soll das Forschungsvorhaben seinen Ausgangspunkt bei Visionen als dauerhaften Richtungsgebern haben. Im Zuge der Beschäftigung mit Visionen werden dann auch andere Stabilität gebende Aspekte identifiziert und geprüft werden, wie bspw. Missionen, Werte oder Prinzipien. Die Arbeit soll zu einem Erkenntnisgewinn in der Wissenschaft, aber vor allem auch zu einem praxisorientierten Transfer dieser Erkenntnisse in Form eines Bezugsrahmens sowie konkreter Handlungsempfehlungen für Unternehmen beitragen.

Der Einfluss von Sozialkapital auf die Drittmitteleinwerbung an Hochschulen

Andreas Friesenhahn

Im Bereich der Forschung sowie des Wissens- und Technologietransfers ist seit Längerem zu beobachten, dass die Suche nach Drittmitteln intensiviert wird. Trotz der umfänglichen Bemühungen von Hochschulen bleiben die Ergebnisse der Drittmitteleinwerbung in der Praxis oftmals hinter deren Erwartungen zurück.

 

Die Arbeit basiert auf der Arbeitshypothese, dass soziale Beziehungen eine entscheidende Rolle bei der Einwerbung von Drittmitteln spielen. Das Projekt geht daher der zentralen Frage nach, welchen Einfluss Sozialkapital auf die Drittmitteleinwerbung an Hochschulen hat. Dazu soll aufbauend auf theoretischen Überlegungen zu Sozialkapital und Drittmittelforschung sowie zum Wissens- und Technologietransfer empirisch untersucht werden, wie individuelles und kollektives soziales Kapital bei der Drittmitteleinwerbung wirken. Für Hochschulen sollen Einflussfaktoren in Bezug auf Sozialkapital erkennbar werden, die die erfolgreiche Drittmitteleinwerbung wahrscheinlicher machen.

 

Das Forschungsvorhaben versteht sich als Meta-Forschung zu Forschungskooperationen von Hochschulen und privaten Förderern. Die Ergebnisse sollen einerseits einen Beitrag zur Grundlagenforschung über Sozialkapital leisten. Sie sollen daneben auch Anregungen für die Ausgestaltung der Zusammenarbeit von Hochschulen und Drittmittelgebern als wichtige Stellschraube für die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft geben.

Attraktivität von Führungspositionen für die Generation Y im Zuge zunehmender Dynamisierung der Arbeitswelt

Christoph Geisler

Unternehmen stehen in einem zunehmenden Wettbewerb, die hochtalentierten Nachwuchs-Führungskräfte der so genannten „Generation Y“ für sich zu gewinnen und dann in einer loyalen, engagierten Arbeitsbeziehung zu halten. Die Generation Y gilt als die erste Generation, die mit digitalen Technologien wie PC und dem Internet aufgewachsen ist und ihr wird ein stark abweichendes Kommunikationsverhalten gegenüber früheren Generationen nachgesagt. Mitarbeiter der Generation Y stellen den Nachwuchs für Unternehmen dar und werden daher in einigen Jahren entscheidend für den Unternehmenserfolg sein. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass das Anwerben von Mitarbeitern in einem verschärften Umfeld mit hoher Fluktuation und Turnover Intention (d.h. der Absicht, das Unternehmen zu wechseln) stattfindet, dem War for Talent. Die Attraktivität der Führungspositionen steht hierbei als vermutlich abhängige Variable im Mittelpunkt des Problems und damit dieses Forschungsprojektes. 
Bei der Suche nach den Einflussgrößen, die in diesem War for Talent eine erhebliche Bedeutung haben können, trifft man auf zwei Variablen:

  • Die möglichen Veränderungen der klassischen Führungsaufgabe (im Sinne von Anforderungen an eine Führungskraft) im Zuge einer zunehmenden Dynamisierung von Aufgaben durch Technik und moderne Organisationsformen. 
  • Die Erwartungen von High Potentials der Generation Y an ihre berufliche Tätigkeit. 

Das Promotionsprojekt soll daher zunächst sowohl eine mögliche Veränderung der Führungsaufgaben im Zuge zunehmender Dynamisierung von Aufgabenfeldern als auch die Erwartungen von High Potentials der Generation Y an berufliche Tätigkeiten klären.  Dann geht es der Frage nach, wie sich dies auf die Attraktivität von Führungspositionen in wissensintensiven Unternehmen aus Sicht von High Potentials der Generation Y auswirkt. Es sollen abschließend Schlussfolgerungen gezogen werden, welche Maßnahmen geeignet sein können, um die wahrgenommene Attraktivität von Führungspositionen für Mitglieder der Generation Y mit hohem Führungspotenzial zu erhöhen. 

Sensibilisierenden Maßnahmen zur Erhöhung der IT-Sicherheit in Unternehmen

Annette Hidasi

IT Security wird in deutschen Unternehmen in Anbetracht der gegebenen Risken oft nicht hinreichend konsequent umgesetzt. Eine effektive und effiziente IT Sicherheit kann dabei nur gewährleistet werden, wenn eine integrierte und umfassende Betrachtung der technischen, organisatorischen und menschlichen Aspekte erfolgt. 

 

Diese Aussage ist zwar vordergründig allgemein anerkannt – entsprechende Handlungen bleiben bisher jedoch vielfach aus. So beschränken sich Maßnahmen der IT Sicherheit häufig auf technologische Herangehensweisen, die teilweise durch organisatorische Anteile ergänzt werden. Insbesondere die menschlichen Aspekte, die über Sensibilisierung adressierbar wären, finden wenig Beachtung. 


Im Gegenzug dazu ist eine zunehmende Professionalisierung der Angreifer auf die IT erkennbar. Die „Schwachstelle Mensch“ ist als solche erkannt und Angriffe werden gezielt über diesen Angriffsvektor gesteuert.  Der „Widerstand“ ist hier meist bedeutend geringer als bei Angriffen, die ausschließliche IT-technische Schutzmechanismen überwinden müssen.  


Diese Forschungsarbeit fokussiert daher auf den Einsatz von sensibilisierenden Maßnahmen in Unternehmen. Sie zielt darauf ab, die Zusammenhänge zwischen der Auswahl geeigneter Ansätze zur Förderung des Einsatzes von IT-Sicherheits-sensibilisierenden Interventionsinstrumenten und ihrem (daraus folgenden) tatsächlichen Einsatz explorativ zu erheben. 


Ein wesentlicher Fokus liegt auch auf der Untersuchung der Faktoren, die für die geringe ganzheitliche Förderung der IT Sicherheit verantwortlich sind. Zusätzlich wird das spezifische Risiko eruiert, welches sich durch fehlende sicherheitsbewusstseinserhöhende Maßnahmen ergibt.

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