Abgeschlossene Promotionsprojekte

Die Wirkung der Designprinzipien nach Ostrom auf die Kooperationsintensität in Verbundnetzwerken - Eine Untersuchung am Beispiel der genossenschaftlichen Finanzgruppe Volksbanken Raiffeisenbanken

Jörg Hahne

Das Verbundnetzwerk der deutschen Genossenschaftsbanken dient mit seinen gemeinschaftlich betriebenen Verbundunternehmen der Absicherung und Stabilisierung des dezentralen Unternehmertums der teilnehmenden rund 1100 Primärbanken. Folgt man dem Gedanken, dass Kooperationen dazu beitragen, sich auf unternehmerische Kernleistungen zu fokussieren und damit die individuelle Systemeffizienz zu verbessern, müssten alle 1100 Primärbanken eine hohe Kooperationsintensität untereinander und mit den gemeinsam betriebenen Verbundunternehmen aufweisen. Dies ist jedoch nicht der Fall. Vielmehr ist zu beobachten, dass zahlreiche Aufgaben, die nicht zu den Kernleistungen dieser Primärbanken gehören (beispielsweise Aufgaben der Marktfolge), überwiegend in Eigenregie statt in Kooperation mit den eigenen Verbundunternehmen erbracht werden. Insgesamt variiert die Kooperations-intensität der 1100 Primärbanken dabei sehr stark. Die mittlere Kooperations-intensität ist in diesem Verbundnetzwerke – auch im Vergleich zu anderen Verbundnetzwerken, etwa der Rabobank-Gruppe – sehr gering ausgeprägt. 

 

Nun könnte man die geringe Kooperationsintensität innerhalb des Verbundnetzwerks der deutschen Genossenschaftsbanken damit begründen, dass Theorien zur Bewirtschaftung gemeinschaftlicher Ressourcen ohnehin zu dem Ergebnis kommen, dass Akteure oft nicht in der Lage seien, Strategien zur langfristigen und nachhaltigen Nutzung gemeinschaftlich bewirtschafteter Ressourcen zu entwickeln (die Tragik der Allmende, das Gefangenendilemma, die Logik des kollektiven Handelns). Diese Theorien lassen jedoch unbeantwortet, wie es dennoch immer wieder gelingt, erfolgreich und langfristig zu kooperieren (siehe die bereits erwähnet Rabobank-Gruppe). Um dies zu erklären, kommt womöglich dem polyzentrischen Ansatz nach Elenor Ostrom eine Schlüsselrolle zu. Ostrom hat Umstände und Faktoren untersucht, unter denen sich kooperierende Gemeinschaften entwickeln, unter denen sie langfristig existieren und deren Fehlen dazu beitragen kann, dass sie zusammenbrechen. Dabei hat sie acht so genannte Designprinzipien identifiziert, die einen großen Einfluss auf die Nachhaltigkeit von Kooperationen haben sollen.

 

Diese acht Designprinzipien von Ostrom könnten dazu beitragen, die beobach-teten, sehr unterschiedlichen Kooperationsintensitäten in Verbundnetzwerken zu verstehen und zu begründen. Dies könnte einerseits dazu führen, das Anwendungsfeld der Ostromschen Theorie auch auf Verbundnetzwerke zu übertragen und die Gültigkeit dieser Theorie auch für diese Art von Netzwerken nachzuweisen. Wenn sich erweisen sollte, dass die ostromschen Bauprinzipien eine hohe Erklärungskraft für die verschiedenen zu beobachteten Kooperationsintensitäten in Verbundnetzwerken haben, dann würden sich daraus auch Gestaltungsanregungen für Verbundnetzwerke ableiten lassen, wenn diese den Boden für ihren eigentlichen Zweck, die Kooperation, bereiten wollen. Sollte ein solcher Nachweis jedoch nicht möglich sein, so würde die generelle Gültigkeit der Ostromschen Theorie für Netzwerke und Kooperationen in Frage zu stellen sein. Auch dies wäre ein wertvoller Beitrag zur Theorieentwicklung innerhalb der Netzwerkforschung. 

 

Vor dem Hintergrund der beobachteten Phänomene und der geschilderten Theorieangebote wurde mit dem Promotionsvorhaben Antworten auf folgende Forschungsfrage gegeben: 

 

Welchen Einfluss haben umgesetzte Ostrom-Designprinzipien auf die Kooperationsintensität von Primärunternehmen in Verbundnetzwerken?

Empathie in der Personalführung

Es ist heute nicht ungewöhnlich, als Führungskraft den Begriff der Empathie zu benutzen. An vielen Stellen werden die positiven Wirkungen empathischen Verhaltens beschrieben und es wird für Empathie geworben. Die Selbstverständlichkeit, mit der dies geschieht, steht jedoch in einem bemerkenswerten Missverhältnis zu wissenschaftlichen Erkenntnissen über die tatsächliche Bedeutung von Empathie in der Personalführung. Zwar ist innerhalb der Betriebswirtschaftslehre enorm viel über Personalführung und in der Psychologie über Empathie geforscht worden. Ein Schnittbereich beider Forschungsstränge ist bis heute jedoch kaum auszumachen. Dies ändert sich mit dieser Publikation: Es werden die Überschneidungsbereiche beider Forschungslinien untersucht und neue Erkenntnisse in diese Schnittfläche eingefügt. Insofern untersucht der Autor, gestützt auf einer qualitativ-empirischen Studie, was empathisches Führungsverhalten bedeutet, welche Empathie-Typen unter Führungskräften zu unterscheiden sind und welcher praktische Nutzen sich für Unternehmen durch ein solches Führungsverhalten ergibt. Weiterhin werden Empfehlungen für die Unternehmenspraxis und für die Einführung einer Empathie-Kultur im Unternehmen gegeben. 

Tobias Schmid

Dr. Tobias J. Schmid studierte International Business Administration an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Einen Executive MBA in Mediamanagement erwarb er 2005 an der School of Management and Innovation der Steinbeis-Hochschule Berlin. Die Promotion erfolgte im Jahr 2010 an der Steinbeis-Hochschule Berlin bei Prof. Dr. Andreas Aulinger.



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Netzwerk-Verfassungen

Andreas Schäfer

Dr. Andreas Schäfer hat in seinem Promotionsprojekt die Spielregeln in Netzwerken analysiert und bezüglich ihres Erfolgsbeitrags untersucht.

 
Die Forschungsfragen lauteten:

  • Wie lassen sich Unternehmungsnetzwerke aus Sicht des Rational-Choice-Institutionalism erklären?
  • Wie lassen sich Spielregeln empirisch erheben und zur Analyse systematisieren? 
  • Welche Ansätze bieten sich zur Bewertung rekonstruierter Spielregeln an? 
  • Welchen Erfolgsbeitrag bieten Netzwerk-Verfassungen liefern?

Das Promotionsprojekt wurde von Prof. Dr. Andreas Aulinger betreut und 2009 an der Universität Oldenburg abgeschlossen. 

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